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SriKrishna

Auf der Suche

Jedes Geschöpf sucht nach Glück. Ob Mensch oder Tier oder Baum, alle trachten nach Glück, und was immer sie tun, tun sie für dieses eine Ziel – glücklich zu werden. Was ist der Grund dafür? Woher rührt dieses niemals endende Streben nach Glück und Freude? Alle lebenden Wesen sind Teilchen des Höchsten Glücks, Kinder des Nektars. Die indischen offenbarten Schriften, die Veden, nennen dieses Höchste Glück Ananda-Brahma – ein anderer Name für die Höchste Persönlichkeit Gottes, Krishna. Gott ist Glück, und Gott ist auch der Ursprung allen Glücks. Deshalb, weil unser gemeinsamer Ursprung Glück ist, liegt es in unserer Natur, Glück und Freude zu genießen. In der Taittiriya-Upanishad, einer Vedischen Schrift, steht der folgende Vers geschrieben:

yato va imani bhutani jayante, yena yatani jevanti, yat prayanty abhisac-vioanti, tad brahma tad vijijnasasva

„Er, von dem alles ausgeht, der alles erhält und in den am Ende alles eingeht, kennt man als Brahma.“

Wir sind Teilchen jenes Brahma, jenes Höchsten Glücks, und darum ist es natürlich für uns, nach Glück zu streben, kein Mensch mit klarem Geist versucht, unglücklich zu werden. Aber warum ist Glück so schwer zu fassen? Warum begegnen uns Schmerz und Kummer, Probleme, Tragödien und Leid?
Jeder, ob groß oder klein, berühmt oder unbedeutend, fühlt sich unerfüllt. Selbst die Reichen, Begehrten, Gelehrten, Berühmten und Mächtigen suchen nach mehr Glück und Erfüllung; Präsidenten und Könige der Vergangenheit und Gegenwart, Napoleon Bonaparte, die Könige von England, die deutschen Kaiser – sie waren oft tief unglücklich.

 



Es gibt Glück in dieser Welt, aber dieses Glück ist von kurzer Dauer und nie unvermischt. Es hält nicht lange an und es ist nicht vollkommen und nicht rein.

Es gibt Glück in dieser Welt, aber dieses Glück ist von kurzer Dauer und nie unvermischt. Es hält nicht lange an und es ist nicht vollkommen und nicht rein. Gleichgültig, welchen Ort der Welt man aufsucht, man begegnet einer endlosen Vielfalt von Leiden und findet nirgendwo immer währendes Glück. Um das anschaulich zu machen, erzählen die Upani­sha­den das Beispiel von Yagjavalkya.



Reich, aber glücklich?

Yagjavalkya war ein selbstverwirklichter Weiser, der am Hofe des großen Maharaja Janaka diente. Yagjavalkya war als Philosoph und Schriftgelehrter berühmt. Er hatte zwei Frauen geheiratet, Maitreyi und Katyayani, und als er seinen Lebensabend näherrücken sah, sprach er eines Tages zu ihnen: „Viele Jahre habe ich meine Ehepflichten erfüllt; ich habe es zu Vermögen gebracht, besitze Gold und Vieh und habe Kinder großgezogen. Ich möchte jetzt meinen Besitz unter euch aufteilen, so dass ihr den Rest eures Lebens sorglos verbringen könnt. Ich möchte euch um die Erlaubnis bitten, mich von der Welt zurückzuziehen; es ist mein Wunsch, in den Wald zu gehen und mich ganz in die Meditation über Para-Brahma, die Höchste Persönlichkeit Gottes, zu vertiefen.“

Katyayani zeigte sich willig und verständig. „Geh in Frieden“, sagte sie. „Du möchtest über den Höchsten Herrn medi­tieren; das ist ein edles Ziel. Als mein Ehemann warst du stets für mich da und hast für mich gesorgt, wie könnte ich dir jetzt im Wege stehen?“
Maitreyi dagegen antwortete: „Bitte erlaube mir zuvor eine Frage. Warum, so sage mir, zieht es dich in den Wald? Bist du nicht zufrieden mit all dem Gold und Besitz, die du dein Leben lang erarbeitet hast? Bist du nicht erfüllt inmitten deiner Familie, Freunde und Verwandten? Haben dich diese Dinge nicht glücklich gemacht?
Yagjavalkya erwiderte: „Deine Frage erfreut mich sehr! Du bist wahrhaftig eine keusche Gattin. Diese Frage ist dasselbe Thema, mit dem sich all die Veden und Upanishaden befassen. Gold und Besitz sind ungeeignet, uns glücklich zu machen.

Geld und was man sich damit kaufen kann, können unsere wahre Sehnsucht nicht stillen. Wir sind Teilchen des Höchsten Herrn, des Ursprungs aller Freude, und darum finden wir Glück und Zufriedenheit nur bei Ihm.

Geld und was man sich damit kaufen kann, können unsere wahre Sehnsucht nicht stillen. Wir sind Teilchen des Höchsten Herrn, des Ursprungs aller Freude, und darum finden wir Glück und Zufriedenheit nur bei Ihm. Der Höchste allein schenkt uns Erfül­lung; darum verlangt es mich danach, Ihn zu erreichen.“

Yagjavalkya erklärte: „Dienst zum Höchsten ist wahres Glück. Na alpam sukhac, bhuma eva sukham – ‚Die Freuden dieser Welt sind unbedeutend und flatterhaft.’ Raso vai saa – ‚Der Höchste Herr aber, Shri Krishna, ist die Quelle aller Freude, Er ist das Glück in Person.’ Deshalb möchte ich mich Ihm zu­wenden.“

Materielles und spirituelles Glück sind vollkommen gegensätzlich. Im materiellen Bewusstsein versucht man materielle Dinge für sich zu genießen, die eigene Person steht im Mittelpunkt. Im spirituellen Bewusstsein hingegen schenkt man Krishna Freude und erfährt dadurch selber spirituelle Glückseligkeit. Wahres Glück, spirituelle Freude, stellt sich erst dann ein, wann man den Höchsten Herrn zufriedenstellt. Die Vedischen Schriften beschreiben Gott als Liebe.
Das echte Glück entsteht aus Liebe. Ohne zu lieben gibt es keine Möglichkeit, glücklich zu sein, und andersherum, wenn wir rein und selbstlos lieben, das heißt, wenn wir unsere Liebe und Zuneigung auf den Höchsten richten, werden wir ganz von selber glücklich.

Das echte Glück entsteht aus Liebe. Ohne zu lieben gibt es keine Möglichkeit, glücklich zu sein, und andersherum, wenn wir rein und selbstlos lieben, das heißt, wenn wir unsere Liebe und Zuneigung auf den Höchsten richten, werden wir ganz von selber glücklich. Wir leben heute im Kali-Yuga, dem „eisernen“ oder „Industriezeitalter“. Es ist das Zeitalter neuer Erfindungen und Entdeckungen, in Telekommunikation, Fahrzeugbau und anderen Industrien. Wir können in wenigen Stunden um die Welt fliegen, wir greifen nach dem Mond, dem Mars und dem Jupiter. Wir sehen im Wohnzimmer, was auf der anderen Seite der Welt geschieht, schauen das Fußballspiel live aus Australien und hören die Rede des Präsidenten aus dem Weißen Haus. Wenn unsere Augen ihren Dienst nicht mehr tun, kann ein Chirurg sie durch andere ersetzen.

Aber ungeachtet dieser denkwürdigen Errungenschaften kämpft die Menschheit mit immer mehr Problemen. Wir werden materialistischer und gieriger. Die Wissenschaftler können uns nicht davor bewahren, alt zu werden und zu sterben. Die Politik sieht sich außerstande, Krieg und Terrorismus einzudämmen. Neue Krankheiten und Seuchen tauchen auf, wie Aids und SARS, und die Menschen sterben daran. Und wir leben mehr und mehr in Angst.

Warum hat die Wissenschaft versagt? Sie hat versagt, weil die nur dem Namen nach fortgeschrittenen Wissen­schaft­ler nicht die Seele verstehen, das transzendentale, eigentliche Selbst. Zuerst einmal sollten wir wissen, wer dieses „Ich“ ist, dieses Selbst, das sich nach Liebe und Zuneigung sehnt.

 




Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 14. Mai 2008 )
 
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