| Yoga & Bewusstsein |
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Zuerst einmal ist es erforderlich, die Bedeutung des Wortes Yoga zu verstehen. Das Yoga Sutra, geschrieben von dem großen Weisen Patanjali, wird von jedem Yoga Praktizierenden als Grundlage des Yoga akzeptiert. Es heißt dort: "yogas citta vritti nirodah." Die Übersetzung aus dem Sanskrit lautet: "Yoga ist der Vorgang, durch den das Bewusstsein von der Wahrnehmung der Materie abgelenkt und auf die Transzendenz gerichtet wird."
Wenn man in diesem Moment des Nachsinnens und Beobachtens, in dem das Bewusstsein völlig auf das spielende Kind gerichtet ist, angesprochen wird, nimmt man dieses Angesprochenwerden überhaupt nicht wahr. Die Ohren funktionieren zwar, doch das Bewusstsein ist auf das bestimmte Objekt gerichtet, und so ist es einem nicht möglich, das Gesprochene wahrzunehmen. Der Hörsinn kann seine Funktion nicht erfüllen. Daraus können wir schlussfolgern, dass Erfahrungen oder Informationen, die wir sammeln, davon abhängen, auf welchen Bereich wir unser Bewusstsein richten. Der Vers in Patanjalis yoga sutra lautet: yogas citta vritti nirodah. Citta bedeutet Bewusstsein und vritti bedeutet Richtung. Die Ausrichtung des Bewusstseins ist bestimmend. Das Ziel des Yoga besteht darin, die Ausrichtung des Bewusstseins vom materiellen Körper zurückzuziehen und nach innen, auf das Selbst, die Seele, zu lenken. Das ist die Bedeutung des Sutras: yogas citta vritti nirodah. Wenn wir nun die verschiedenen Yoga Systeme wie Karma-Yoga, Dhyana-Yoga, Jnana-Yoga und Bhakti-Yoga betrachten, dann können wir erkennen, dass in jedem von ihnen dieses fundamentale Prinzip zur Anwendung kommt: das Bewusstein von der Wahrnehmung des Körpers zur Erkenntnis der Seele zu führen. Mit dieser Definition des Wortes Yoga können wir erkennen, ob jemand wirklich ein spirituelles Leben führt oder dies nur dem Anschein nach tut. Wirkliches spirituelles Leben kann man daran erkennen, dass der Praktizierende mehr und mehr die Anhaftung an, oder mit anderen Worten das Vertieftsein und die Verliebtheit in den groben materiellen Körper und die äußerliche Welt verliert. Gleichzeitig wird er im Verständnis der Seele gefestigt und findet Zufriedenheit im Selbst. Wenn hingegen jemand einem spirituellen Pfad folgt, während sein Bewusstsein immer noch Interesse an den äußeren Dingen zeigt, kann man verstehen, dass er kein authentisches spirituelles Leben führt. Das Bewusstsein dieser Person geht in die Richtung der Materie und nicht in Richtung spirituelle Energie. Wenn jemand, der einen spirituellen Weg beschreitet, gleichzeitig Gewohnheiten wie Rauchen, Trinken oder sexuellen Genuss beibehält, ist er in Wirklichkeit nichts anderes als ein Heuchler, ein Angeber Er inszeniert nur ein Theaterstück über spirituelles Leben. Sobald das Bewusstsein auf das Spirituelle, auf die Welt der Seele gerichtet und von der Materie abgelenkt ist, verschwindet automatisch der Wunsch nach der äußerlichen und zeitweiligen Befriedigung der Sinne. Dadurch wird uns also ein Charakteristika gegeben, das es uns ermöglicht, zwischen einem ernsthaften und einem falschen spirituellen Pfad zu unter scheiden.
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Das Bewusstsein kann mit einem Lichtstrahl verglichen werden. Ein Lichtstrahl, wie zum Beispiel der einer Taschenlampe, kann auf verschiedene Objekte und in verschiedene Richtungen gelenkt werden. In ähnlicher Weise können wir unser Bewusstsein auf verschiedene Bereiche lenken und dadurch etwas über diese erfahren. Ein Beispiel: Man befindet sich in einem Raum mit mehreren anderen Menschen und richtet sein Bewusstsein auf ein Kind, das in einiger Entfernung in einer Ecke des Raumes spielt. 
