| Karma Yoga |
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Seite 1 von 3 Es gibt verschiedene Yogasysteme. In der vedischen Schrift Bhagavad Gita wird als erstes Karma-Yoga erklärt. Das Wort karma bedeutet: 'Handlungen, die von den Sinnen ausgeführt werden.' Die materielle Welt und alles, was in ihr enthalten ist, ist vollkommen reaktiv. Das bedeutet, dass jede einzelne Handlung, die wir ausführen, eine Reaktion hervorruft, die zu uns zurückkehren wird.
Vielleicht geht es dem einen oder anderen von uns so, dass nicht alles im Leben zu seiner völligen Zufriedenheit verläuft. Stellen wir uns einmal die vollkommenste Situation vor, die es für uns zu erreichen gäbe. Stimmt diese mit unserer jetzigen Situation überein? Sicher nicht. Selbst wenn wir im Moment noch jung sind und keine Probleme sehen; sehr bald wird das Alter kommen, indem wir nur noch mit Schmerzen laufen können und wo uns die Zähne ausfallen und wir graue Haare bekommen werden. Was werden wir dann auf diese Frage antworten? Unsere jetzige Situation ist nichts weiter als die Gesamtsumme der Reaktionen auf unsere früheren Handlungen, und dies gilt ohne Ausnahme für jedes Lebewesen der materiellen Welt. Wie unsere jetzigen Erfahrungen aussehen, hängt also von der Qualität unserer früheren Handlungen ab. Beispielsweise werden manche in einem männlichen und manche in einem weiblichen Körper geboren? Das bedeutet, dass man im letzten Leben viel leicht ein Mann war, doch weil man an eine Frau angehaftet war, jetzt in einem weiblichen Körper geboren wurde. Und umgekehrt. Manche Menschen wer den schon mit einem Silberlöffel im Mund geboren, und obwohl sie sich nicht im Geringsten um Reichtum bemühen, fließt er ihnen trotzdem zu. Andere hingegen sind ihr ganzes Leben lang arm, egal wie hart sie auch arbeiten mögen. Was ist der Grund dafür? Diejenigen, denen es jetzt gut geht, waren in ihren letzten Leben sehr großzügige Menschen. Sie haben Spenden gegeben und ihren Reichtum an andere verschenkt. Daher kommt in diesem Leben ihr Karma in Form von Reichtum einfach zu ihnen zurück. Diejenigen, die arm sind und arm bleiben, waren vielleicht in ihrem letzten Leben sehr reich, aber geizig, und haben mit niemandem geteilt und niemandem geholfen. Die Reaktion, die auf diese Handlungsweise folgt, ist Armut. Karma entfaltet sich auf diese Weise. Vikarma Akarma und KarmaWenn jemand entgegen den Gesetzen handelt, die von den Vedas auf gestellt werden und die uns richtiges Verhalten, d.h. religiöses Verhalten im Einklang mit den Gesetzen des Universums lehren, dann kommt die Reaktion darauf in Form von Leid auf ihn zurück. Solches Handeln wird vikarma genannt: Handeln, welches im Widerspruch zu den vorgeschriebenen Pflichten steht. Die von vikarma verursachten Leiden wirken sich sowohl in diesem als auch im nächsten Leben aus. Folgt jemand hingegen den Gesetzen der Natur auf richtige Weise, dann bedeutet dies, dass er seine ihm zugedachte Rolle im karma cakra angenommen hat und sich in Harmonie mit dem gesamten Universum befindet. Zwischen den Handlungen in dieser irdischen Sphäre und den Handlungen auf den höheren Planeten besteht nämlich eine enge Verbindung: In dieser Welt sind wir abhängig von Wasser und Sonnenlicht, und wir benötigen auch Luft zum Atmen und Getreide für unsere Ernährung. All diese Dinge kommen durch die Natur zu uns. Die Natur wird von einer großen Zahl von Halbgöttern beherrscht, wie dem Sonnengott, dem Regengott, dem Windgott usw. Diese Halbgötter sind Lebewesen wie wir, doch da sie in vergangenen Leben gutes Karma ausgeführt haben, sind sie erhoben worden und befinden sich jetzt in einer höheren Position und einer höheren Lebensform als wir. Unsere vergangenen Tätigkeiten haben uns hingegen in Deutschland oder den Vereinigten Staaten Geburt nehmen lassen. All die verschiedenen Lebewesen in ihren verschiedenen Positionen müssen harmonisch miteinander zusammenarbeiten. Die Gesetze, die diese universale Zusammenarbeit ermöglichen, sind in den Veden in Form vorgeschriebener Pflichten festgehalten, und daher finden wir dort ein System vollkommener gesellschaftlicher Organisation, das varna-asrama-dharma. Wenn jemand kein unverantwortlicher Bewohner Universums ist, sondern den in den Veden vorgeschriebenen Gesetzen folgt und seinen kleinen Teil zur universalen Zusammenarbeit aller Wesen beiträgt, dann wird dies als karma oder vorgeschriebene Pflicht bezeichnet. Solange wir uns an diese vorgeschriebenen Pflichten halten, werden wir Leben für Leben erhoben werden. Diese Erhebung findet jedoch nur innerhalb des materiellen Universums statt. Akarma bedeutet, dass man es unterlässt, die vorgeschriebenen Pflichten auszuführen. Mit anderen Worten, man tut zwar nichts Schlechtes, aber auch nichts Gutes. Dieses Vernachlässigen der Pflichten ist auch ein Verstoß gegen die universalen Gesetze und daher ebenfalls gefährlich. Es wird letztlich zu Leid führen. Durch das Ausführen der eigenen, vorgeschriebene Pflicht dagegen erlangt man eine angenehme und komfortable Stellung in der materiellen Welt, in der man materielle Freude genießen kann. |



Diese Reaktionen auf unsere Handlungen sammeln sich an und bilden schließlich das, was wir als unser Schicksal bezeichnen. Durch unser falsches Verständnis vom Selbst denken wir, dass wir völlig unabhängig handeln können: "Ich kann tun was ich will und kann gehen wohin ich will..." Doch diese Auffassung ist nur auf unsere falsche Identifikation mit dem materiellen Körper zurückzuführen." Sobald wir verwirklichen, dass wir nicht dieser Körper sind, werden wir gleichzeitig verstehen, wie die Handlungen des materiellen Körpers und der Sinne, sowohl von uns als auch von allen anderen Lebewesen, von den Gesetzen des Karma beherrscht werden. Das Schauspiel, welches wir ,unser Leben' nennen, besteht aus nichts anderem als einer Abfolge von , die wir in der Vergangenheit ausgeführt haben. Was immer wir früher einmal getan haben, alles bisher Gesagte und Gedachte, hat eine Reaktion hervorgerufen. Die Gesamtheit all dieser Reaktionen erfahren wir nun in Form von den Umständen, denen wir in unserem Leben begegnen. 

