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Karma Yoga Drucken E-Mail
 

Gib die Früchte zu anderen, stelle sie in den Dienst der Menschen, so dass sie spirituelles Wissen erwerben können. Die Früchte deiner Arbeit sind nicht für dich bestimmt." Arjuna antwortete: "Damit kann ich leben. Ich werde arbeiten, aber die Früchte der Arbeit nicht für mich in Anspruch nehmen, sondern zum Nutzen anderer einsetzen. Zumindest jedoch kann ich in dem Gefühl schwelgen, gut gehandelt zu haben." Doch Krishna sagte zu ihm: ma karma phala hetur bhur: "Denke nicht, dass du die Ursache dieser Ergebnisse bist! Warum hast du solch ein großes falsches Ego, zu denken, dass DU all dies vollbracht hast? Du bist nicht dieser materielle Körper, sondern die Seele. In Wirklichkeit hast du überhaupt nichts getan, doch du glaubst, dass du der Handelnde bist und versuchst die Tätigkeit zu genießen. Gib diese Haltung auf! Das Ergebnis deiner Handlungen hängt nicht allein von dir ab."

Wir mögen zum Beispiel im Auto sitzen und all die wunderbaren Projekte planen, die wir als nächstes tun wollen, wenn uns plötzlich ein anderes Auto rammt und wir im Graben landen. Was wird dann aus unseren großen Plänen werden? Dieses einfache Beispiel zeigt, dass wir bei unseren Handlungen nicht der einzige bestimmende Faktor sind. Sind unsere Tätigkeiten jedoch von Erfolg gekrönt, dann nehmen wir gern die damit verbundene Ehre entgegen: "Hab ich das nicht gut gemacht?" Wir erheben den vollen Anspruch auf das Resultat, sind jedoch ganz in Unwissenheit darüber, dass dieses von so vielen tausend anderen Faktoren abhängig war. Diese Denkweise entspringt der Unwissenheit. Daher sagte Krishna: "Denke nicht, dass du der Handelnde bist." Arjuna wandte daraufhin ein: "Wenn ich die Früchte meines Handelns nicht genießen darf und nicht einmal den Verdienst für das Handeln an sich für mich in Anspruch nehmen darf, was ist dann der Nutzen, überhaupt tätig zu sein?" Krishna antwortete: "Entwickle nie die Neigung, deine Pflichten zu vernachlässigen!"

Wenn also eine Person in dieser Welt arbeitet und seine Pflichten ausführt, nicht aus selbstischen Gründen, sondern einzig deswegen, weil dieses Handeln dem von Gott gegebenen universalen Gesetz entspricht, dann wird dies Karma Yoga genannt. ,Yogas citta vritti nirodah.' Einfach durch Arbeit, die ohne Anhaftung an die Früchte und frei von falschem Ego ausgeführt wird, wird das Bewusstsein aus seiner Absorption in den materiellen Körper befreit und nach innen gerichtet. Einfach nur indem man in dieser Welt mit der oben beschriebenen Motivation handelt, werden sich alle Arten von Wissen und Wahrheiten im Herzen offenbaren.

Es ist nicht einmal notwendig, darüber vorher gelesen oder gehört zu haben. Jemand mag beispielsweise eintausend mal lesen: "Ich bin nicht dieser Körper, ich bin nicht dieser Körper", doch wenn dann eine sehr attraktive und leicht bekleidete junge Frau an ihm vorbeiläuft, kann er all sein Wissen vergessen und, völlig dem Diktat seiner Sinne folgend, über die Befriedigung des Körpers meditieren. Was war dann der Nutzen all seines Lesens? Doch das Bewusstsein einer Person, die frei von Anhaftung und jeglichem falschen Ego einfach ihren Pflichten im Leben nachkommt, wird ganz automatisch allmählich nach innen, auf das wahre Selbst, gelenkt werden. Dieses Ergebnis wird sich einstellen, weil man einem autorisierten Yoga Vorgang, nämlich Karma Yoga folgt: Yogas citta vritti nirodah.

Die Effekte der drei materiellen Erscheinungsweisen, Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit, werden diesen Menschen nicht mehr länger berühren und er wird sein Bewusstsein mehr und mehr nach innen richten. Er wird verwirklichen, dass er nicht der materielle Körper ist und dass sich die materielle Welt, gleich einer Maschine, aufgrund ihres eigenen Antriebs bewegt. Diese Person wird erfahren: "Ich bin transzendental zur Materie, ich bin spirituell. Die Welt bewegt sich auch ohne mein Zutun weiter. Ich bin nur der Beobachter in diesem Schauspiel. Alles was es zu sehen gibt, sind nur zeitweilige, tanzende Schatten, aber ich bin nicht ein Teil davon." Weil man durch das Ausführen von Arbeit solche Verwirklichungen macht, wird dieser Vorgang Karma Yoga genannt.

 

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