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Seite 2 von 2 Das Gespenst materiellen Genusses „Geh nicht in den Süden, wo sich die giftige Schlange verbirgt.“ Dies repräsentiert den Pfad des jnana, d.h. Buddhismus und andere Philosophien in denen der Höchste Herr als formlos oder unpersönlich angesehen wird. Sie werden mit einer extrem grausamen und giftigen Schlange verglichen. Wir sollten nicht einmal im Traum in diese Richtung gehen.
Und was befindet sich im Westen? Der Pfad materieller Tätigkeiten; karma. Dort lebt ein gefährlicher Geist, der uns verschlingen wird, der Geist materieller Sinnenbefriedigung. Sinnenfreude erscheint uns sehr anziehend und verspricht Glück, doch in Wahrheit ist sie wie ein Juckreiz. Wenn man kratzt, empfindet man anfänglich ein Glücksgefühl. Man sagt dann: „Aah, das tut gut! Welch ein Genuss!“. Doch später, wenn man aufhört zu kratzen, wird das Brennen nur noch stärker. Sinnenbefriedigung ist in Wirklichkeit nicht Glück, sondern Leid. Wir sollten daher nicht in den Westen gehen, da uns; sonst der Geist verschlingen wird.
Einst gab es einen König mit Namen Yayati, der unglücklicherweise durch einen Fluch seines Priesters seine Jugend verlor und in einen alten Mann verwandelt wurde. Er war darüber äußerst betrübt, und auch seine Frau, die die Tochter des Priesters war, geriet in große Aufregung. Sie bat daher ihren: Vater: „Du hast ihn zu hart bestraft. Bitte finde eine angemessenere Lösung.“ Ihr Vater lenkte ein und sagte, dass sie ihren Mann zu ihm bringen solle. Daraufhin sprach er zu Yayati: „Du kannst diesen Fluch, das Alter, an einen deiner fünf Söhne weitergeben. Wenn sich einer von ihnen dazu bereit erklärt, mit dir zu tauschen, dann wird dieser Sohn alt werden und du wirst deine Jugend zurückerhalten. Dann kannst du deine Sinne mit voller Kraft genießen.“ Nachdem König Yayati diese Worte vernommen hatte, ging er zuerst zu seinem ältesten Sohn Yadu, um diesen zu bitten, seine Jugend gegen sein Alter zu tauschen. Dieser jedoch lehnte das Ansinnen ab, indem er antwortete: „Vater, ich würde dir meine Jugend geben, wenn es deine Absicht wäre, Krishna zu verehren. Doch du möchtest nur das genießen, was du schon in Hundertausenden von vergangenen Geburten genossen hast. In einem Leben warst du eine Ziege und hast mit einer weiblichen Ziege genossen, und in einem anderen hast du in der Form eines Schweins ohne Einschränkung das Geschlechtsleben gekostet. In der menschlichen Lebensform gibt es Beschränkungen wie die Ehe, die uns vorschreibt, nur mit dieser Ehefrau oder diesem Ehemann zusammenzukommen, doch in einem Schweinekörper kann man ohne Einschränkungen all diesem Unsinn frönen, mit Schwester, Mutter oder sonst irgend jemand. Du hast all dies schon erlebt. In einem anderen Leben bist du auch schon ein Gandharva, ein himmlischer Engel mit einer außergewöhnlichen göttlichen Schönheit gewesen. Jetzt hast du nach Tausenden von Geburten diesen Körper erhalten. Das menschliche Leben ist dafür bestimmt zu erkennen, wer man selbst und wer Krishna ist, und für nichts anderes.“
Als er diese Worte vernahm, wurde König Yayati sehr zornig und verfluchte Yadu: „Du wirst niemals Kaiser oder König in meiner Dynastie werden! Du wirst all dieser Genüsse beraubt sein!“ Yadu allerdings freute sich über diesen Fluch und antwortete: „Ich möchte ein reiner Gottgeweihter werden. Ich habe kein Interesse daran, diese Dinge zu genießen.“ Danach fragte König Yayati seine anderen Söhne, ob sie bereit wären, ihre Jugend gegen sein Alter zu tauschen. Einer unter ihnen wurde glücklich über diese Bitte und sagte: „Mein Vater, ich möchte dir gern gehorsam sein, denn du hast mir mein Leben und diesen Körper gegeben. Bitte nimm meine Jugend und gib mir dein Alter.“ Dieser Sohn wusste nicht, dass ihm sein Körper eigentlich von Gott gegeben wurde, sondern er dachte, dass er ihm von seinem Vater und seiner Mutter gegeben worden war. König Yayati nahm glücklich die Jugend seines Sohnes an, wurde wie- der jung und genoss ausgiebig mit vielen Frauen lustvolle Tätigkeiten. Viele Jahre vergingen auf diese Weise, aber trotz allem empfand er keine Zufriedenheit. Eines Abends, als er den Mantra chantete, der ihm von seinem Guru gegeben worden war, dachte er bei sich: „Oh, ich habe so viel Zeit verloren. Ich habe die besten Jahre meines Lebens verschwendet. Was soll ich nur tun?“ Während er so überlegte, erinnerte er sich an einen Vers aus den Schriften: „Materielle Lust kann niemals befriedigt werden, indem man seine Sinne genießt. Es ist wie mit einem Feuer. Wenn man Butterfett, Öl oder irgendeinen anderen Brennstoff hineinschüttet, wird sich das Feuer nur vergrößern.“
Diese Geschichte lehrt uns, dass man durch materiellen Genuss selbst in Hunderten und Tausenden von Geburten nicht zufrieden werden wird. Es ist sehr schwierig, den Händen dieser Lust zu entkommen. Man muss, vorsichtig sein, nicht in den Westen zu gehen, da man sonst von diesem Geist, verschlungen wird.
„Und geh nicht in den Norden!“ Dort befindet sich das Streben nach“ himmlischen Kräften und mystischen Vollkommenheiten, zum Beispiel durch den Vorgang des Astanga-Yoga, die auch eine Art Sinnenbefriedigung darstellen. Man wird dadurch keine wirkliche Zufriedenheit erlangen. „Komm mit mir und grabe hier im Osten!“ Durch den Astrologen wird der spirituelle Meister repräsentiert. Dieser erklärt uns: „Du bist jetzt nicht glücklich. Das Leben ist voller Probleme und verschiedener Leiden. Du solltest die Heiligen Namen des Herrn chanten: Hare Krishna Hare Krishna - Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama - Rama Rama Hare Hare
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