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Nityananda Trayodasi Drucken E-Mail

Der Erscheinungstag von Nityananda Prabhu
Eine Vorlesung von Srila Bhaktivedanta Narayana Maharaja

Es war einmal ein Barbier, der zog von Ort zu Ort, um Einladungen für Familienfeste zu verteilen. In früheren Zeiten war es üblich, dass Barbiere diese Aufgabe für die Familien übernahmen. Gab es irgendwo eine Hochzeit oder eine Feier, zog er los und verteilte die Einladungen an alle, wodurch er sich etwas Geld dazu verdiente. Allerdings ging er nirgendwo hin, ohne sein Werkzeug wie Rasiermesser, Scheren und Kamm mitzunehmen. Als er wieder einmal auf diese Weise unterwegs war, kam er durch einen Dschungel, wo er plötzlich einen Löwen auf dem Weg liegen sah.

Dieser Löwe griff ihn erstaunlicher Weise nicht an, sondern hob nur seine Pranke und leckte daran. Zuerst war der Barbier sehr erschrocken, doch dann besann er sich und dachte: "Sicher tut er mir nichts, weil etwas the_lordin seiner Pfote steckt." Er ging vorsichtig ein wenig näher heran und sah, dass tatsächlich ein großer Dorn tief in der Pfote des Löwen steckte, wodurch dieser starke Schmerzen erlitt. Also machte sich der Barbier mit Hilfe seiner Werkzeuge daran, ganz vorsichtig den Dorn zu fassen und herauszuziehen. Da die Wunde etwas blutete, versah er sie mit einem entzündungshemmenden Mittel, verband die Pfote mit heilenden Blättern und zog dann weiter.

Einige Jahre waren vergangen. Da wurde der Barbier irrtümlicher weise als Mörder verhaftet. Sein Fall war vor den König gebracht worden und dieser sagte: "Vor einigen Jahren haben wir im Dschungel einen Löwen gefangen. Sperrt diesen Verbrecher in seinen Käfig. Der Löwe wird ihn fressen. Für einen wie ihn gibt es keine andere Strafe. Werft ihn dort hinein!"

Der arme Barbier wurde also in den Löwenkäfig geworfen. Sofort sprang der Löwe auf und brüllte Furcht erregend. Als er jedoch näher kam, fing er an zu schnurren und legte sich einfach neben den Barbier. Denn es war derselbe Löwe, den der Barbier einstmals von dem Dorn befreit hatte. Nach so langer Zeit hatte der Löwe den Barbier wieder erkannt und tat ihm deshalb nichts zu Leide. Der König wunderte sich: "Dieses wilde Tier greift ihn nicht an. Was ist das?" Doch dann dachte er: "Jetzt verstehe ich. Weil ich einen Fehler gemacht habe, als ich diesen Mann verurteilte, tötet ihn der Löwe nicht. Wenn der Löwe das Urteil nicht vollstreckt, werde auch ich den Mann nicht bestrafen."

Der König entließ den Barbier, erwies ihm Respekt und bat ihn um Vergebung. Selbst ein Tier kann so viel Dankbarkeit zeigen und Krischnadasa Kaviraja Gosvami sagt, dass Nityananda Prabhu ebensolch große Dankbarkeit empfindet. Für den kleinen Moment, in dem der Barbier den Dorn aus der Pfote des Löwen entfernt hatte, bewahrte der Löwe ihm gegenüber für so viele Jahre seine Dankbarkeit. Dieses Tier, das so wild ist, dass es unzählige andere Tiere und auch Menschen tötet, bleibt sein ganzes Leben hindurch dankbar.

Eine derartig große Dankbarkeit können wir auch im Leben von beobachten. Krischnadasa Kaviraja Gosvami berichtet im Caitanya-Caritamrita von einem Beispiel, das zeigt wie Nityananda Prabhu der Bhagavan, die Höchste Persönlichkeit Gottes Selbst ist, jemandem Seine Barmherzigkeit erweist. Er berichtet über ein Fest, bei dem Tag und Nacht unentwegt Kirtana gesungen wurde. Vaishnavas von nah und fern waren gekommen. Unter ihnen war auch ein ewiger enger Freund mit Namen - Minaketana Ramadasa. Seine Natur war derart, dass seine Barmherzigkeit nicht leicht zu erkennen war. Nur diejenigen, die ihn verstanden, konnten es sehen. Im Allgemeinen erweist man einer lieben Person, wenn sie kommt, seine Ehrerbietungen. Minaketana Ramadasa hingegen schlug manchmal jemanden mit der Flöte, die er ständig in der Hand trug, doch der Betroffene sah das als große Barmherzigkeit an. Wenn er jemandem seinen Fuß auf den Kopf setzte, so verstand derjenige, dass von diesem Tage an sein Leben von Glück begünstigt sein würde. Manchmal versetzte er jemandem einen Schlag und sagte: "Wo warst du die ganze Zeit?" Doch wer das richtige Verständnis hatte wusste, wen immer er heute geschlagen hat, wird die direkte Barmherzigkeit Nityananda Prabhus erhalten.

nityanandaDer kirtana hatte bereits begonnen und als Minaketana Ramadasa kam erhoben sich alle, brachten Ehrerbietungen dar und begrüßten ihn. Er stieg auf die Schultern von dem einen, stieß jemand anderen mit seiner Flöte und schlug dem nächsten auf den Rücken. Tränen flossen unablässig aus seinen Augen und ständig rief er laut: "Nityananda Prabhu ki jaya!" Der dort anwesende pujari (ein Priester) hielt sich für ziemlich gebildet. Als Minaketana Ramadasa ankam und sich alle anderen erhoben und Ehrerbietungen darbrachten, stand dieser pujari weder auf, noch sprach er mit ihm auch nur ein Wort. Minaketana Ramadasa sagte nur lachend: "Haben wir hier einen zweiten Romaharschana?" und vertiefte sich einfach in das Singen über den Ruhm von Nityananda Prabhu. Jeder beteiligte sich am kirtana, doch als dieser zu Ende war, sagte Kaviraja Gosvamis Bruder: "Du besingst ständig den Ruhm Nityananda Prabhus, warum preist du nicht stattdessen den Ruhm von Chaitanya Mahaprabhu ?" Als Minaketana Ramadasa das hörte wurde er ein wenig traurig.

Dieser machte einen Unterschied zwischen Nityananda Prabhu und Caitanya Mahaprabhu. Doch es gibt so viele ruhmreiche Geschichten über Nityananda Prabhu und alle stehen in Beziehung zu Caitanya Mahaprabhu. Wenn man die Herrlichkeiten Shrimati Radhikas besingt, singt man dann nicht auch gleichzeitig über Krishnas Herrlichkeiten? Radhika ist Krishna die Liebste von allen und Ihr Dienst ist der vortrefflichste. Wenn man also Shrimati Radhika glorifiziert, wird automatisch auch Krishnas Ruhm gepriesen. Auf die gleich Weise kann jemand der die Herrlichkeiten von Caitanya Mahaprabhu beschreibt, gar nicht anders als auch Radha und Krishna zu glorifizieren.

Kavirajas Bruder fuhr fort: "Was bist du nur für eine Person?! Die ganze Zeit chantest du `Nityananda, Nityananda`, ohne jedoch Mahaprabhu zu rühmen. Immer `Nityananda, Nityananda`, doch Er hat geheiratet, wohingegen Mahaprabhu Sannyasa angenommen hat und Sein Heim und Seine Familie aufgab."

Als Minaketana Ramdas dies hörte, zerbrach er seine Flöte und verließ sofort den Ort. Er war so unglücklich, dass er seinen liebsten Besitz zerbrach und wegging. Da dachte Shrila Kaviraja Gosvami bei sich: "Meinem Bruder wird nun sicherlich großes Unglück widerfahren. Wie könnte es noch irgendetwas Glücks verheißendes in seinem Leben geben, nachdem so etwas passiert ist?" Nach und nach wurde alles im Leben seines Bruders zerstört. Seine Bhakti verschwand. Durch die Gnade von Heiligen entwickelt man Hingabe. Wenn jedoch diese Heiligen mit uns unzufrieden sind, kann dann unser Interesse an bhakti erhalten bleiben? Nein! Alles war für Ihn zerstört und er wurde ein Atheist. Da dachte Shrila Kaviraja Gosvami: "Ich werde nicht länger in der Gemeinschaft eines Atheisten bleiben. Ich sehe ihn nicht mehr als meinen Bruder an. Wenn jemand eine negative Einstellung zu Krishna-bhakti hat, dann ist ein Freund kein wahrer Freund, eine Mutter nicht wirklich eine Mutter, ein Vater kein Vater und ein Verwandter kein Verwandter. Ich werde jeden Kontakt mit ihm abbrechen."

Spät in der Nacht, so gegen drei oder vier Uhr, entschloss er sich zu gehen und sehr traurig machte er sich auf den Weg. Als er im Dorf Jhamatapura ankam, ruhte sich Shrila Kaviraja Gosvami etwas aus und überlegte: "Hier kann ich nicht bleiben. Wohin aber soll ich gehen?" Währen er über seine Situation nachdachte, überkam ihn ein leichter Schlaf. Im Traum erschien ihm Nityananda Prabhu. Er trug einen goldenen Stab in der Hand. Er war sehr groß und hatte eine glänzende, dunkle Ausstrahlung. An einem Ohr trug Er einen Ohrring, und Seine Schönheit war so wunderbar, ganz wie von Baladeva im Krishna-Lila. Er sprach: "Warum weinst du? Sei nicht traurig, steh auf! Steh auf und geh´ nach Vrindavan! Nimm dort die Füße von Rupa und Sanatana Gosvami auf deinen Kopf. Geh! Du hast bereits deinen Bruder für mich verlassen. Damit hast du Mich sehr erfreut. Ein wahrer Bruder ist jemand, der dir bhakti geben kann, ein Vater ist derjenige, der dir Unterweisungen über bhakti gibt und eine wahre Mutter gibt Inspiration für Krishna-bhakti. Dein dir lieber Bruder beleidigte Mich nur ein wenig und dennoch hast du ihn dafür für immer verlassen! Ich bin sehr erfreut. Geh´ nach Vrindavan! Dort wirst du Darshan (Ansicht) von Radha-Govinda, Madana-Mohan und Gopinath erhalten. Du wirst die Barmherzigkeit von Rupa und Sanatana bekommen und somit die Barmherzigkeit von Vrindavan-dhama selbst. Geh nun!"



 
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